Steuerliche Auswirkungen von Werbegeschenken

19.04.2017 14:55

Was sollte beim einem Erhalt von Werbegeschenken beachtet werden?

Mit einemWerbeartikel erhalten Empfänger gleichzeitig einen geldwerten Vorteil.

Ob dieser einkommensteuerlich relevant ist, hängt von mehreren Voraussetzungen ab:

Erhalten Sie den Werbeartikel rein privat ohne Bindung zu einer Tätigkeit,

aus der Sie zu versteuernde Einnahmen erhalten, so ergeben sich für Sie keine weiteren steuerlichen Folgen.

Erhalten Sie jedoch ein Werbegeschenk aufgrund einer beruflichen

oder betrieblichen Stellung, müssten Sie allerdings das Geschenk

versteuern, da Sie durch den geldwerten Vorteil bereichert

sind (§8 Abs. 1 EStG). Das betrifft jeden, Unternehmer wie Freiberufler.

Arbeitnehmer, die einen Werbeartikel in ihrer Position für

ihre Firma erhalten, erhalten somit eine geldwerte lohnsteuerpflichtige

Zuwendung durch den Schenkenden, die der Arbeitgeber bei der

Lohnsteuer berücksichtigen muss.

Doch ist es in der Praxis unüblich und meist

auch verzichtbar, geringwertige WerbeGeschenke als Einkünfte zu erfassen,

da der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit für eine

Besteuerung gegeben sein muß. Wenn die steuerliche Auswirkung geringer

ist als der Kosten und Verwaltungsaufwand, der für die Feststellung

und Erfassung des geldwerten Vorteils erforderlich ist, erübrigt sich eine

Erfassung.

So erscheint es für den Endkunden logisch, ge-

ringwertige Werbe-Geschenke nicht der Besteuerung zu unterziehen,

d.h. wenn der geldwerte Vorteile des Empfängers überhaupt nicht ins Gewicht fällt

und so gut wie nicht vorhanden ist. Das betrifft im Besonderen

Werbegeschenke, die nur ab und zu erhalten werden und die für sich keinen

hohen Wert darstellen.

Dennoch gibt es aber auch hier keine aussagekräftigen Wertgrenzen,

bis zu der seitens des Empfängers auf eine steuerliche Angabe

des Vorteils verzichtet werden kann.

Ein bezugnehmendes Prinzip mit der Ausgabenseite des zuwendenden

Unternehmens existiert allerdings nicht. Jedoch erscheint die Wertgrenze von

10 Euro auch hier gerechtfertigt.

Doch für den Endkunden naht schon das nächste Problem: Das der Wertermittlung:

Üblicherweise wird Geschenk mit seinem üblichen Marktpreis berechnet (§

8 Abs. 2 EStG), dennoch gibt es auch hier Schwierigkeiten zwischen

Theorie und Praxis, hier hilft oftmals nur die Schätzung des Marktpreises.

Diese Information ersetzt keine steuerliche Beratung. Im Zweifel wenden Sie sich

bitte an ihren Steuerberater.


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